Pädagogische Leitlinien

Unsere Schule ist für Familien, die etwas mitbringen. Eine Sprache, eine Kultur, eine Geschichte. Und den Wunsch, dass ihre Kinder diese nicht verlieren, sondern behalten und entwickeln dürfen.
Wir arbeiten auf Grundlage der Masorti-Prinzipien: Tradition und Erneuerung im Dialog, Gemeinschaft als Ort des Lernens und des Zusammenlebens, Inklusion und Raum für den individuellen Weg.
In unserer Haltung gegenüber Kindern orientieren wir uns zusätzlich an der Neuen Autorität: Präsenz statt Druck, Beziehung statt Kontrolle, Erwachsene, die gemeinsam und konsequent als Beispiel agieren und selbst füreinander einstehen.
Unsere pädagogische Arbeit baut auf drei Bereichen: Limud, Lernen. Jezira, Kultur und Ausdruck. Kehilla, Gemeinschaft. Sie hängen voneinander ab und wachsen miteinander: Wenn unsere Schülerinnen und Schüler den gemeinsamen Gesang beim Kabbalat Schabbat musikalisch begleiten, einen Schulbasar organisieren oder gemeinsam ein riesiges Wandbild im Schulhof bemalen, erleben sie, wie ihr Tun zur Gemeinschaft beiträgt und in ihr einen Stempel hinterlässt. Das ist Bedeutung, und sie ist der tiefste Antrieb zum Lernen. Diese Bedeutung und ihre Ergebnisse erleben wir bei „Masorti” täglich.

Kehilla · Gemeinschaft
Kinder lernen am besten, wenn sie dazugehören. Zugehörigkeit gibt Sicherheit, die wiederum Lernen möglich macht.
Für Kinder, die zwischen Sprachen und Welten aufwachsen, ist das keine Selbstverständlichkeit. Wir schaffen diesen Raum bewusst: durch jüdische Feste und Rituale, durch hebräische Sprache und Kultur im schulischen Alltag, durch jahrgangsübergreifendes Lernen, durch Eltern, die aktiv dabei sind.
Zugehörigkeit steht der persönlichen Identität nicht im Widerspruch. Sie nähren einander. Ein Kind, das weiß, wer es ist, findet seinen Platz in der Gruppe. Ein Kind, das in einer warmen Gemeinschaft gehalten wird, kann wachsen und herausfinden, wer es ist. Kinder, die die Stärke einer Gemeinschaft spüren und in sich tragen, suchen und gestalten sie ihr Leben lang.

Limud · Lernen
Auch bei den verbindlichen Mitzwot geht es nicht um Perfektion, sondern um das beständige Bemühen. So verstehen wir auch Lernen: als Praxis, die wächst.
Wir schätzen den Weg, die Mühe und die Entwicklung. Wer vor allem auf Ergebnisse schaut, übersieht oft, wie Lernen entsteht. Deshalb verzichten wir in den ersten vier Schuljahren auf Noten und richten den Blick auf persönliches Wachstum und Fortschritt wie auch den Beitrag in der Gemeinschaft.
Unsere Schülerinnen und Schüler lernen im Klassenraum in unterschiedlichen Unterrichtsformen, aus Projekten, auf Ausflügen und in jahrgangsübergreifenden Gruppen, immer verankert im Berliner Rahmenlehrplan. Unsere Schüler*innen wechseln erfolgreich auf weiterführende Schulen in ganz Berlin, häufig in die Erstwunschschule. Diejenigen, die auf das Gymnasium wechseln, halten wie alle anderen Schüler*innen mit, trotz des sehr unterschiedlichen Konzepts.

Jezira · Kultur und Ausdruck
Kultur entsteht, wenn Kinder sie selbst gestalten und weitertragen. Sie bauen, illustrieren, spielen Theater, singen, und was sie schaffen, bleibt: in den Fluren, auf der Bühne, im Schulalltag. Kultur ist der Stoff, aus dem Gemeinschaft wird.
Eine Gruppe, die zusammen singt, baut und auftritt, weiß, wer sie ist. Und ein Kind, das etwas schafft, das in der Gemeinschaft sichtbar ist und weiterlebt, erfährt sich als bedeutsam. Das ist der tiefste Antrieb zum Lernen, und der stärkste Beitrag zur Gemeinschaft.
Unser Ziel
Jedes Kind soll die Masorti Grundschule Berlin mit einem starken Selbstgefühl und einer tiefen Zugehörigkeit abschließen. Wir hoffen, dass unsere Schülerinnen und Schüler beides in die Welt hinaustragen und ihr Leben lang als Quelle von Stärke, Verantwortung und Verbundenheit nutzen. Zwei weitere Themen durchziehen unsere Arbeit und alle drei Bereiche:
Sprache ist mehr als Unterrichtsfach. Deutsch ist die primäre Bildungssprache wie auch Ziel-, Straßen- und Spielsprache. Auch Hebräisch ist Unterrichtssprache; sie hat dabei einen besonderen Status als Familien- und Identitätssprache wie auch als lebendige Verbindung zur jüdischen und hebräischen Kultur und Tradition. In Hebräisch- und Yahadut-Stunden wird Hebräisch von der ersten Klasse an gepflegt und vertieft, jahrgangsübergreifend und in „Sprechend” und „Lernend” aufgeteilt. Dennoch wird jede Sprache in unserer Schulgemeinschaft als wertvolle Ressource betrachtet, unabhängig von ihrem unmittelbaren Nutzen.
Soziales und emotionales Lernen ist die Haltung, die alles trägt und die lebendige Spannung zwischen dem Einzelnen und der Gemeinschaft wahrt. Mehr dazu auf der Seite Soziales und emotionales Lernen an der MGS.