Sozial-emotionales Lernen

Wir verstehen die soziale und emotionale Entwicklung eines Kindes als Grundlage für alles, was in der Schule und darüber hinaus geschieht. Wir sind überzeugt, dass Kinder lernen und sich entwickeln können, wenn sie sich sicher, zugehörig und verstanden fühlen.

Emotionales Wohlbefinden ist für uns keine Ergänzung zum Lernen, sondern die Grundlage, auf der Neugier, Konzentrationsfähigkeit, der konstruktive Umgang mit Herausforderungen und die Fähigkeit entstehen, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen.

Diese Entwicklung steht auf zwei Säulen: dem Gefühl einer eigenen Identität und dem Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft. Im Zentrum unserer pädagogischen Arbeit steht die Überzeugung, dass diese beiden Dimensionen keine Gegensätze sind, sondern einander nähren und stärken. Kinder, die wissen, wer sie sind, können ihren Platz in einer Gemeinschaft mit Selbstvertrauen einnehmen. Gleichzeitig gibt eine warme und tragende Gemeinschaft Kindern die Sicherheit, herauszufinden, wer sie sind.

Ein Curriculum von Klasse 1 bis 6

Dafür entwickeln wir ein sozial-emotionales Curriculum, das die Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse begleitet. Im Rahmen des Programms finden wöchentliche Unterrichtseinheiten statt, die Gespräch, Spiel, gemeinsames Handeln und Reflexion miteinander verbinden. Die Kinder werden ermutigt, sich selbst wahrzunehmen, Gedanken und Gefühle auszudrücken, anderen zuzuhören und Formen gelingender Kommunikation und Zusammenarbeit einzuüben.

Durch diese kontinuierliche Arbeit möchten wir Fähigkeiten stärken, die Kinder weit über die Grundschulzeit hinaus begleiten: sich selbst zu verstehen, andere Menschen wahrzunehmen, Herausforderungen zu bewältigen und Beziehungen verantwortungsvoll und empathisch zu gestalten.

Spiralförmig und im Jahreskreis

Das Curriculum ist spiralförmig aufgebaut. Die gleichen Grundthemen, Identität, Zugehörigkeit, gegenseitige Verantwortung und der Umgang mit Herausforderungen, begegnen den Kindern immer wieder. Mit zunehmendem Alter setzen sie sich aus einer neuen und vertieften Perspektive damit auseinander.

Auch der wiederkehrende Rhythmus des Schuljahres, vom Ankommen und Kennenlernen bis hin zu Reflexion und Abschied, schafft Orientierung und Verlässlichkeit. Gleichzeitig steht dieser Jahreskreis in Verbindung mit dem jüdischen Jahreslauf, der mit Rosch Haschana zu Beginn des Schuljahres beginnt und mit Schawuot seinen Abschluss findet.

Aus der eigenen Gemeinschaft gewachsen

Das Programm orientiert sich an etablierten Konzepten des sozial-emotionalen Lernens, an der Tradition des Klassenrats und weiteren pädagogischen Ansätzen. Gleichzeitig entsteht es aus den Erfahrungen unseres Kollegiums und wird auf die besondere Gemeinschaft unserer Schule zugeschnitten: eine Gemeinschaft aus Kindern und Familien mit unterschiedlichen Sprachen, Biografien und Lebensgeschichten, die durch eine gemeinsame Identität verbunden sind. Diese Vielfalt verstehen wir als Bereicherung.

Unser Ziel ist, dass jedes Kind die Masorti Grundschule mit einem starken Selbstverständnis, einem tiefen Gefühl von Zugehörigkeit sowie dem Vertrauen und der Verantwortung verlässt, beides in die Welt hinauszutragen. Das Programm befindet sich derzeit in der Aufbau- und Erprobungsphase und wird ab dem Schuljahr 2026/27 erstmals vollständig umgesetzt.